„Die Steine der Gelassenheit“

Martin saß auf der alten Holzbank in seinem Garten
und hielt fünf kleine Steine in der Hand.
Früher hatte er kaum über die Zukunft nachgedacht.
Zu viel war zu tun gewesen. Zu viel Pflicht.

Jetzt, mit 68, saß er einfach da.
Nicht, um etwas zu entscheiden.
Sondern um hinzusehen.

Der erste Stein war glatt und rund.
Gesundheit.
Nicht alles lag in seiner Hand.
Aber dieser Moment schon.

Der zweite Stein war kantig.
Finanzen.
Er hatte Ordnung geschaffen.
Nicht, um alles zu kontrollieren,
sondern um ruhiger zu leben.

Der dritte Stein war warm von der Sonne.
Beziehungen.
Manche waren geblieben.
Andere hatten sich gelöst.
Beides durfte sein.

Der vierte Stein lag leicht in seiner Hand.
Lebensfreude.
Nicht als Aufgabe.
Als Erinnerung.

Der fünfte Stein war still.
Gelassenheit.
Nicht gegen das Älterwerden.
Mit ihm.

Martin legte die Steine nebeneinander.
Nicht als Plan.
Als Bild.

Sein Leben war kein Projekt.
Es war ein Weg.
Und er war schon darauf.


Impuls
„Welcher Stein liegt heute ruhig in Ihrer Hand?“

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