„Die kleine Schale aus Stein“

Eine ältere Frau kam an einen Fluss.
In der Hand hielt sie eine kleine Schale aus Stein,
gefüllt mit Steinen.
Sie trug sie schon lange mit sich.
Darin lagen Aufgaben, Sorgen,
Verantwortung für ihre Eltern, ihre Familie, ihr Leben.

Sie schöpfte Wasser aus dem Fluss, um weiterzugehen.
Doch das Wasser rann über.
Die Schale war zu voll.

Da setzte sie sich ans Ufer.
Nahm einen Stein nach dem anderen heraus.
Sah ihn an.

Manche legte sie zurück in den Fluss.
Andere hielt sie einen Moment,
dann legte sie sie auf die Erde.

Nicht alles musste mit.

Nicht aus Nachlässigkeit.
Sondern aus Würde.

Erst dann schöpfte sie neu.
Nur so viel, wie sie tragen konnte.

Mit leichterer Schale ging sie weiter.
Nicht alles war gelöst.
Aber sie trug es anders.


Impuls:
„Wo dürfen Sie heute etwas ablegen?“

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