Was will ich eigentlich?

Manchmal ist darauf noch keine klare Antwort da.
Vielleicht gibt es nur einen Gedanken, der immer wiederkommt.
Einen Wunsch, der noch keinen festen Platz hat.
Eine Grenze, die zu oft übergangen wurde.

Oder dieses leise Gefühl:
So möchte ich nicht einfach weitergehen.

Der eigene Wille beginnt nicht erst dort, wo eine Entscheidung gefallen ist.
Er beginnt oft viel früher.

In dem Moment, in dem ein Mensch wahrnimmt:
Etwas in meinem Leben passt nicht mehr ganz.
Etwas braucht mehr Raum.
Etwas möchte ich bewahren.
Und etwas möchte ich nicht länger übergehen.

Wille wächst aus dem gelebten Leben.

Was wir wollen, entsteht nicht unabhängig von unserer Geschichte.

Unser Wille wächst aus Erfahrungen.
Aus dem, was uns geprägt hat.
Aus dem, was wir getragen haben.
Aus dem, was uns Kraft gegeben hat.
Und auch aus dem, was zu schwer geworden ist.

Bei Zenioren nennen wir all das die Steine des Lebens.

Manche stehen für Menschen, die uns begleitet haben.
Für Werte, die uns wichtig geworden sind.
Für Entscheidungen, auf die wir heute mit Stolz zurückblicken.
Andere erinnern an Pflichten, Verluste oder Wege, die viel Kraft gekostet haben.
Jeder dieser Steine erzählt etwas darüber, wer wir geworden sind.

Und manchmal erzählen sie auch etwas darüber, wie wir weitergehen möchten.

Der eigene Wille muss nicht laut sein
Wille wird oft mit Durchsetzung verbunden.
Mit Klarheit.
Mit einem festen Entschluss.

Doch der eigene Wille kann auch leise beginnen.

Mit einem Zögern.
Mit einer Unruhe.
Mit einem Gedanken, der nicht mehr verschwindet.
Mit dem Wunsch, wieder mehr selbst zu bestimmen.

Oder mit dem Satz:
Ich weiß noch nicht genau, was ich will. Aber ich möchte mich selbst nicht länger übergehen.

Das ist noch keine fertige Richtung.
Aber es ist ein Anfang.

Im August schauen wir gemeinsam auf den Stein des Monats WILLE.

Nicht als letzten Willen.
Nicht als Druck, sofort entscheiden zu müssen.
Und nicht als Aufforderung, schon heute den ganzen weiteren Weg zu kennen.

Sondern als Einladung, genauer hinzusehen:
Was hat mich geprägt?
Was trägt mich?
Was ist mir wichtig geworden?
Was möchte ich bewahren?
Was soll in meinem weiteren Leben mehr Raum bekommen?
Und was möchte ich nicht länger weitertragen?

Der August führt dabei Schritt für Schritt:
Vom ersten Wahrnehmen
über den Blick auf die eigene Geschichte
hin zu Wünschen, Grenzen und einer eigenen Richtung.

Ein erster Gedanke
Vielleicht möchten Sie heute nur einen Satz ergänzen:
Was in meinem Leben mehr Raum bekommen soll, ist …

Sie müssen daraus noch keine Entscheidung machen.
Es reicht, den Gedanken nicht sofort wieder wegzuschieben.

Denn der eigene Wille beginnt manchmal genau dort:
Wo ein Mensch sich selbst wieder zuhört.


Mein Wille wächst aus den Steinen meines Lebens.

Stein für Stein.
In Würde.
In Ihrem Tempo.

Resonanzsatz
Ich muss noch nicht alles wissen. Aber ich darf ernst nehmen, was sich in mir zeigt.

Kleine Handlung
Vervollständigen Sie einen Satz:
Was ich in meinem Leben nicht länger übergehen möchte, ist …


Ausblick
Der erste vertiefende August-Beitrag beginnt daher mit:
Ich weiß noch nicht, was ich will. Aber ich spüre, dass da etwas ist.

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