„Ich kann das nicht allein.“

Viele erwachsene Kinder tragen längst mit, obwohl offiziell noch gar nichts geklärt wurde. Sie denken voraus, organisieren mit, halten Kontakt und spüren, dass etwas auf sie zuläuft. Und genau das macht müde. Dieser Beitrag ist für Menschen, die sich fragen: Warum liegt schon jetzt so viel bei mir – obwohl noch gar nichts richtig benannt wurde?

Am Anfang war es nur ein bisschen mehr.

Ein Anruf mehr.
Ein Mitdenken.
Ein Nachfragen.
Ein schneller Blick auf Unterlagen.
Ein inneres Wissen, dass etwas nicht mehr lange so weiterlaufen wird wie bisher.

Und weil niemand sagte, wer was trägt, landete immer mehr bei ihr.

Nicht, weil sie es beschlossen hatte.
Sondern weil sie die war, die hinsah.
Die fragte.
Die organisierte.
Die nicht einfach so tun konnte, als wäre alles noch wie früher.

Viele erwachsene Kinder kennen genau das.

Sie übernehmen nicht offiziell.
Aber innerlich längst.

Sie spüren, dass etwas getan werden müsste.
Und geraten genau dadurch in eine Rolle, die nie richtig benannt wurde.

Das macht auf Dauer nicht nur müde.
Es bringt auch ein allein in allem.

Denn was nicht klar verteilt ist, rutscht fast immer zu denen, die ohnehin schon am meisten tragen.

Darum ist die Frage nach Verantwortung so wichtig.

Nicht nur:
Wer kümmert sich?

Sondern:
Wofür bin ich wirklich zuständig?
Was ist meine Aufgabe?
Was ist meine Übernahme?
Was darf ich zurückgeben, ohne lieblos zu sein?

Manchmal beginnt Entlastung deshalb nicht mit Hilfe.
Sondern mit einem Satz:
Ich kann das nicht allein.

Das ist kein Scheitern.
Das ist Klarheit.

Und oft die erste ehrliche Form von Verantwortung.

Resonanzsatz
Wenn Rollen ungeklärt bleiben, tragen oft die Falschen zu viel.

Mini-Handlung
Benennen Sie einen Punkt, den Sie gerade tragen, der eigentlich nicht alleine Ihrer ist.


Wenn Sie merken, dass das Mittragen schon längst begonnen hat — bevor irgendetwas offiziell wurde, bevor jemand gefragt hat, bevor Sie Ja gesagt haben — dann ist das genau der Moment, für den der
Wegweiser STEIN · Wir entstanden ist.


Zu Stein des Monats: Gespräch
Zu Teil 1: „Ich weiß nicht, wie ich anfangen soll“

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