„Ankommen im Körper“

Greta stand einen Moment still.
Nicht, weil sie etwas betrachtete.
Sondern weil ihr Körper es verlangte.

Der Atem ging tiefer.
Die Schultern sanken ein Stück.
Als hätte jemand leise gesagt:
Du darfst hier kurz bleiben.

Ankommen geschieht selten im Kopf.
Es beginnt dort, wo der Körper aufhört, sich zusammenzuhalten.

Viele Menschen merken erst spät,
wie lange sie angespannt waren.
Wie selbstverständlich sie weitergingen,
auch wenn es längst zu viel war.

Ankommen ist kein Gedanke.
Es ist ein Nachlassen.

Ein Innehalten an der Küchentür.
Ein längeres Sitzen.
Ein Schritt weniger.

Der Körper weiß oft früher als der Kopf,
dass es Zeit ist, stehen zu bleiben.

Und vielleicht reicht das für heute:
Nicht alles zu verstehen.
Nicht alles zu ordnen.

Sondern zu spüren:
Ich bin da.


Gedanke für die Woche
Was in mir darf gerade ankommen, ohne dass ich es verändern muss?

Leise Frage
Wo bin ich vielleicht schon weiter, als ich denke?

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