Stein des Monats TRAGFÄHIGKEIT

Vielleicht wissen Sie noch nicht genau, was Sie verändern möchten.
Vielleicht gibt es noch keinen Plan. Keine klare Entscheidung.
Keine fertige Antwort auf die Frage: Wie möchte ich eigentlich weiterleben und älter werden?
Und trotzdem kann da ein Gefühl sein: So wie bisher soll es nicht einfach weitergehen.

Manchmal suchen wir dann sofort nach einer Lösung.
Was müsste ich ändern?
Was wäre vernünftig?
Was sollte ich endlich entscheiden?
Doch vielleicht liegt die erste Antwort noch gar nicht in einem neuen Plan.
Vielleicht liegt sie im eigenen Leben.
In dem, was schon da ist. In Erfahrungen. In Menschen. In Fähigkeiten. In Werten.
In Dingen, die sich über viele Jahre als wichtig erwiesen haben.

Im September geht es bei Zenioren deshalb um den Stein des Monats: TRAGFÄHIGKEIT.

Tragfähigkeit bedeutet nicht: Wie viel halte ich noch aus?
Das Wort kann schnell nach Belastbarkeit klingen.
Nach Kraft. Nach Durchhalten. Danach, wie viel noch geht.
Darum geht es hier nicht.
Tragfähigkeit meint bei Zenioren etwas anderes.

Es geht um die Frage: Was aus meinem gelebten Leben trägt mich auch auf meinem weiteren Weg?
Vielleicht ein Wert, der Sie durch viele Entscheidungen begleitet hat.
Vielleicht eine Fähigkeit, auf die Sie sich immer wieder verlassen konnten.
Vielleicht ein Mensch, der Ihnen etwas Wichtiges mitgegeben hat.
Vielleicht ein Ort, an dem Sie sich wirklich zuhause fühlen.
Vielleicht eine Gewohnheit, die seit Jahren zu Ihrem Alltag gehört.
Oder eine Erfahrung, aus der Sie wissen: Das kann ich. Das brauche ich. Das ist mir wichtig.

Solche Dinge gehören zur eigenen Geschichte.
Bei Zenioren sind sie Teil der Steine des Lebens.

Unsere Geschichte erzählt mehr als das, was passiert ist
Wenn wir an Lebensgeschichte denken, denken wir oft an Ereignisse:
Schule, Beruf, Partnerschaft, Familie, Umzüge, Krisen,
Abschiede und Wendepunkte.

Aber unsere Geschichte erzählt noch etwas anderes.

Sie zeigt, was uns geprägt hat. Was wir gelernt haben. Was uns wichtig geworden ist.
Worauf wir uns verlassen konnten. Was uns Sicherheit gegeben hat.
Und welche Seiten von uns sich durch viele Jahre ziehen.

Vielleicht haben Sie gelernt, sich schnell in neuen Situationen zurechtzufinden.
Vielleicht war Ihnen Eigenständigkeit immer wichtig.
Vielleicht sind Sie ein Mensch, der gern selbst entscheidet.
Vielleicht brauchen Sie Nähe.
Vielleicht brauchen Sie ebenso Rückzug.
Vielleicht war ein Zuhause für Sie immer mehr als nur ein Ort.
Vielleicht haben Sie sich Ihre Neugier bewahrt.
Vielleicht Ihren Humor.
Vielleicht die Fähigkeit, nach Veränderungen neu anzufangen.

All das sagt etwas darüber, wer Sie heute sind.
Und genau deshalb kann es auch etwas darüber sagen, was Sie für Ihren weiteren Weg brauchen.

Was hat mich getragen?
Diese Frage meint nicht nur schwierige Zeiten.
Sie meint auch: Was hat mein Leben gut gemacht?
Was hat mir Orientierung gegeben?
Was hat sich bewährt?
Was hat mich gestärkt?
Was gehört so sehr zu mir, dass ich es nicht einfach verlieren möchte?
Vielleicht war es Ihre Arbeit.
Vielleicht ein Mensch.
Vielleicht die Erfahrung, etwas aus eigener Kraft geschafft zu haben.
Vielleicht ein bestimmter Wert.
Vielleicht die Freiheit, Ihren Alltag selbst einzuteilen.
Vielleicht eine kleine tägliche Gewohnheit.
Vielleicht das Wissen: Ich finde einen Weg.
Tragfähigkeit kann sehr unspektakulär aussehen. Aber sie ist persönlich.

Was soll auch in meinem Älterwerden zu mir gehören?
Wenn über das Älterwerden gesprochen wird, geht es schnell um das, was sich irgendwann verändern könnte.

Doch genauso wichtig ist eine andere Frage:
Was soll bleiben?
Was möchten Sie bewahren?
Was gibt Ihnen Sicherheit?
Welche Gewohnheiten gehören zu Ihrem Leben?
Welche Menschen sind wichtig? Was möchten Sie selbst entscheiden?
Welche Fähigkeit möchten Sie weiter nutzen?
Was macht Ihr Leben für Sie zu Ihrem Leben?

Vielleicht wissen Sie heute noch nicht genau, wie die kommenden Jahre aussehen sollen.
Das müssen Sie auch nicht.

Aber Ihr bisheriges Leben kann Hinweise geben.
Vielleicht wissen Sie noch nicht genau, was Sie verändern möchten.
Aber Ihr bisheriges Leben kann Ihnen zeigen, was Sie auf Ihrem weiteren Weg nicht verlieren möchten.
Und auch das ist eine Form von Richtung.

Tragfähigkeit beginnt beim eigenen Leben
Der September bei Zenioren wird deshalb nicht fragen:
Wie muss man richtig älter werden?
Oder: Was sollte man alles vorbereitet haben?
Wir beginnen früher. Beim Menschen selbst. Bei seiner Geschichte. Bei seinen Erfahrungen.
Bei dem, was sich bewährt hat. Bei seinen Werten. Bei seinem eigenen Willen.

Denn bevor ein weiterer Weg wirklich zum eigenen Leben passen kann, muss sichtbar werden:
Was trägt mich? Was gehört zu mir? Was ist mir wichtig? Was soll weiterwirken?
Daraus kann Richtung entstehen.
Nicht von außen vorgegeben.
Sondern aus dem eigenen gelebten Leben heraus.

Ein erster Gedanke für heute
Sie müssen dafür noch nichts sortieren. Nichts aufschreiben. Nichts entscheiden.

Vielleicht reicht heute ein Satz:
Was mich in meinem Leben immer wieder getragen hat, ist …
Ein Mensch. Ein Wert. Eine Fähigkeit. Ein Ort. Eine Erfahrung. Eine Gewohnheit.
Oder etwas ganz anderes. Nur ein Gedanke.
Denn vielleicht liegt genau dort ein erster Hinweis auf die Frage:
Was aus meinem Leben soll mich auch auf meinem weiteren Weg tragen?

Stein für Stein. In Würde. In Ihrem Tempo.

Resonanzsatz
Mein bisheriges Leben kann mir zeigen, was mich auch auf meinem weiteren Weg trägt.

Kleine Handlung
Ergänzen Sie für sich: „Was mich in meinem Leben immer wieder getragen hat, ist …“
Nur ein Gedanke. Keine Analyse.

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