Ankommen bei mir

Manche Menschen kommen nicht deshalb nicht an,
weil sie orientierungslos sind.
Sondern weil sie sich selbst lange zurückgestellt haben.

Über Jahre.
Manchmal über Jahrzehnte.

Sie waren da für andere.
Haben Verantwortung getragen.
Haben funktioniert, wenn es nötig war.

Und irgendwann stellt sich leise eine Frage ein:
Wo bin ich eigentlich geblieben?

Nicht als Vorwurf.
Nicht dramatisch.
Eher wie ein stilles Innehalten.

Ankommen bei mir bedeutet nicht,
alles zu hinterfragen.
Es bedeutet auch nicht,
alte Geschichten aufzureißen.

Es bedeutet,
sich selbst wieder wahrzunehmen –
ohne Aufgabe, ohne Rolle, ohne Erwartung.

Vielleicht zeigt sich dieses Ankommen
in kleinen Momenten:
in einem Gedanken, der bleibt.
in einem Nein, das nicht erklärt werden muss.
in einem Bedürfnis, das ernst genommen wird.

Viele Menschen glauben,
sie müssten erst etwas verändern,
um bei sich anzukommen.

Doch oft ist es umgekehrt:
Erst wenn jemand bei sich ankommt,
wird Veränderung überhaupt möglich.

Ankommen bei mir heißt nicht,
dass alles ruhig ist.
Aber dass ich wieder spüre,
wo ich stehe.

Und das ist ein Anfang,
der nichts beweisen muss.


Impuls für diese Woche
Wenn ich mir selbst einen Platz geben dürfte –
ohne etwas leisten zu müssen –
wo würde ich gerade stehen?

Nach oben scrollen