Stein des Monats Oktober: VERANTWORTUNG

Im September stand bei Zenioren die Frage im Mittelpunkt:
Was trägt mich?

Im Oktober geht die Frage einen Schritt weiter:
Was gehört zu mir – und was nicht?

Der Stein des Monats heißt VERANTWORTUNG.
Dabei geht es nicht darum, wie viel ein Mensch noch übernehmen kann. Es geht darum, genauer hinzusehen.


Verantwortung übernimmt man manchmal, ohne es zu merken
Vielleicht kennen Sie solche Situationen.
Ein Mensch in der Familie braucht Unterstützung. Zuerst ist es nur eine Kleinigkeit. Ein Anruf. Eine Besorgung. Etwas organisieren.
Dann kommt noch etwas dazu.
Irgendwann gibt es Aufgaben, bei denen niemand mehr genau weiß, wann eigentlich entschieden wurde, wer dafür zuständig ist.
Man macht es eben.

Oder Sie kennen die andere Seite.
Andere Menschen haben eine Vorstellung davon, was für Sie richtig wäre. Sie möchten helfen, mitdenken oder etwas erleichtern.

Und trotzdem merken Sie:
Das möchte ich selbst entscheiden.

Auch hier geht es um Verantwortung.
Um die Frage, welche Entscheidungen zu Ihnen gehören und was bei einem anderen Menschen bleiben darf.


Was habe ich übernommen?
Manche Verantwortung wählen wir bewusst.
Wir sagen Ja, weil uns etwas wichtig ist.
Wir kümmern uns um jemanden.
Wir übernehmen eine Aufgabe.
Wir treffen eine Entscheidung für unser eigenes Leben.

Daneben gibt es Verantwortung, die sich eingeschlichen hat.
Vielleicht, weil es praktisch war.
Weil niemand sonst da war.
Weil Sie etwas schon immer gemacht haben.
Oder weil irgendwann selbstverständlich geworden ist, dass Sie sich darum kümmern.

Dann kann eine einfache Frage überraschend viel verändern:
Habe ich das eigentlich bewusst übernommen?
Die Antwort muss nicht automatisch Nein sein.
Vielleicht möchten Sie diese Verantwortung weiterhin tragen.
Aber es macht einen Unterschied, ob etwas zu einer eigenen Entscheidung wird oder einfach immer weiterläuft.


Was darf beim anderen bleiben?
Einen Menschen zu begleiten bedeutet nicht, jede Entscheidung für ihn zu übernehmen.
Manchmal gehört Verantwortung gerade dazu, dem anderen etwas zu lassen.
Eine eigene Entscheidung.
Eine Aufgabe.
Eine Erfahrung.
Vielleicht auch eine Folge seiner Entscheidung, die man selbst gern verhindert hätte.

Das kann schwer sein.
Besonders dann, wenn man helfen könnte.
Doch helfen können und zuständig sein sind nicht dasselbe.

Diese Unterscheidung wird uns im Oktober noch öfter begegnen.


Und was gehört zu mir?
Verantwortung betrifft auch das eigene Leben.
Was möchte ich selbst entscheiden?
Was möchte ich aussprechen, bevor andere anfangen zu vermuten?
Wo möchte ich Unterstützung?
Und wo möchte ich, dass etwas weiterhin bei mir bleibt?

Gerade wenn sich im Leben etwas verändert, können diese Fragen wichtig werden.

Oft beginnt es mit einem Satz wie:
Darum möchte ich mich selbst kümmern.
Oder:
Dabei brauche ich Unterstützung.
Oder auch:
Das kann ich nicht übernehmen.


Verantwortung braucht keine schnelle Antwort
Vielleicht fällt Ihnen bei diesem Thema sofort eine Situation ein.
Etwas, das Sie übernommen haben.
Eine Entscheidung, bei der andere bereits mitreden.
Oder eine Aufgabe, bei der Sie sich inzwischen fragen, ob sie wirklich Ihre ist.
Sie müssen daraus heute noch nichts machen.

Für den Anfang reicht eine Frage:
Was gehört gerade tatsächlich zu mir – und was nicht?

Vielleicht ist die Antwort klar.
Vielleicht merken Sie erst einmal nur, dass es sich lohnt, genauer hinzusehen.

Damit beginnt der Oktober bei Zenioren.

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